„Gewitter“ – Gruselgeschichte für Kinder

Ein plötzlich aufziehendes Gewitter mit dunklen Wolken und grellen Blitzen macht das Alleinsein zu Hause zu einer echten Mutprobe. Während draußen der Sturm tobt und der Strom ausfällt, versucht ein mutiges Kind, seine Angst zu überwinden. Doch als die Schwester wieder auftaucht, wird klar: Zusammen ist man immer stärker. Am Ende sorgt ein Regenbogen für ein hoffnungsvolles Ende.

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Gewitter

„So, ich muss nun aber wirklich los! Mein Friseurtermin ist in einer Viertelstunde und ich kann ihn unmöglich verschieben! Schau doch mal, wie meine Haare aussehen!“ Mama suchte wie immer ihren Autoschlüssel. „Mara kommt jetzt gleich aus der Schule und bleibt auf jeden Fall zu Hause, bis ich wieder da bin. Wenn ihr Hunger habt – im Kühlschrank steht ein Auflauf, den müsst ihr nur warm machen.“

Ich hielt Mama den Autoschlüssel hin, der wie immer auf dem Garderobentischchen lag.

„Danke, mein Schatz! Ich bin dann weg. Und mach deine Hausaufgaben!“ Mama drückte mir noch schnell einen Kuss auf die Stirn, schnappte ihre Handtasche und sprintete zum Auto.

Ich schaute Mama zu, wie sie davonfuhr. Ein dunkler Schatten kroch über den Gartenweg, und als ich nach oben blickte, sah ich, wie die Sonne hinter dunklen Wolkenbergen verschwand. Das Licht war wie runtergedimmt und die Farben wurden verschluckt. Alles wirkte auf einmal düster und grau. Schnell wollte ich die Tür schließen, als sie mit einem Mal wieder aufgedrückt wurde.

„Lass mich rein!“, rief meine Schwester Mara. Sie schubste mich zur Seite, warf ihren Rucksack in eine Ecke und ging direkt zum Kühlschrank. „Boa, schon wieder Auflauf! Den gibt’s ja echt jede Woche. Ne, den krieg ich echt nicht runter.“ Mara warf die Kühlschranktür zu und langte zur Teedose, die auf dem oberen Regalbrett stand. In der Teedose steckte immer etwas Bargeld für Notfälle. Mara nahm sich einen Zehner heraus und fragte mich: „He, willst du auch was von der Pommesbude? Ich muss mir jetzt echt einen Burger gönnen.“

„Mama hat gesagt, dass du zu Hause bleibst, während sie beim Friseur ist. Damit ich nicht allein bin“, ich merkte selbst, wie kläglich ich mich anhörte und sagte daher noch schnell: „Aber wenn du sowieso etwas zu essen holst, dann möchte ich Chicken Nuggets und Pommes mit Ketchup.“

„Alles klar! Ich beeile mich, bin gleich wieder da!“ Mara nahm ihren Mopedhelm vom Haken in der Garderobe und öffnete die Haustür. Ein Windstoß fuhr herein und riss ihr die Tür aus der Hand. Draußen war alles pechschwarz. Sie zögerte kurz, rief noch einmal: „Ich beeile mich!“, knallte die Tür zu und war weg.

Auch im Haus war es jetzt dunkel. Ich ging in jedes Zimmer und schaltete überall das Licht ein. Nun war es schön hell – und das beruhigte mich. Dann ging ich ins Wohnzimmer und zappte durch die Fernsehprogramme. Es lief eine Folge meiner Lieblingsserie, die ich aber schon gesehen hatte. Auf einmal gab es einen lauten Knall, und es war schlagartig dunkel, sogar der Fernseher. Ich schrie auf. Was war das? Ich lief zum Fenster und schaute in den Garten: Wind schüttelte an den Bäumen, Regen klatschte gegen die Scheiben und dicke Hagelkörner zerschlugen Mamas geliebte Blumen auf der Terrasse. Ein greller Blitz zuckte über den schwarzen Himmel und gleichzeitig grollte der Donner. Ich schrie wieder. Jetzt hatte ich Angst. Warum waren Mama und Mara denn nicht da? Was sollte ich tun? Ich lief zu meinem Tornister und holte mein Handy heraus. Ich wählte die Nummer von Mama, aber auf dem Display stand: „Nur Notrufe möglich.“ Ich versuchte es noch einmal, hatte aber wieder kein Glück. Oh, Mann, überall war der Strom weg! Deswegen konnte ich bestimmt nicht telefonieren.

Da erhellte schon wieder ein Blitz das Haus, begleitet von einem gewaltigen Donner. Ich zitterte am ganzen Körper. Schnell lief ich in mein Zimmer, schnappte mir meinen Teddy, sprang in mein Bett und zog mir die Decke über den Kopf. Hier würde ich bleiben, bis dieses grässliche Gewitter vorbei war. Die Blitze konnte ich nun nicht mehr sehen, aber bei jedem Donnerschlag zuckte ich zusammen. Nach einiger Zeit kamen die Donnerschläge nicht mehr so oft und waren auch nicht mehr so laut.

Plötzlich wurde meine Decke weggerissen. „Hier bist du, du Angsthase! Los, komm essen!“ Mara stand pudelnass und mit triefenden Haaren vor meinem Bett. „Ich habe mich extra beeilt, wie ich gesagt habe.“

Noch nie hatte ich mich so gefreut, meine Schwester zu sehen. Auf dem Sofa aßen wir unsere Pommes und schauten zusammen meine Serie, denn der Strom war wieder da. Die Wolken verzogen sich und die Sonne kam hinter ihnen hervor. Ein wunderschöner Regenbogen spannte sich über den Himmel.

„Kinder, tut mir leid, aber der Strom war weg und kein Föhn funktionierte. Deswegen hat es so lange gedauert.“ Mama kam mit neuen Locken und neuer Haarfarbe ins Wohnzimmer und erschrak beim Anblick ihrer zerstörten Blumen im Garten. „Oje, das war ja ein schlimmes Gewitter! Aber ihr habt es gut überstanden?“ Sie schaute von Mara zu mir.

„Klar, Mama, wir haben es uns gemütlich gemacht“, antwortete ich selbstbewusst und grinste Mara an.

 

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