„Prinz Hasenfuß“ – Kurzgeschichte für Kinder

Diese liebevoll erzählte Geschichte über den ängstlichen Prinzen Leo, der im dunklen Keller über sich hinauswächst, kannst du kostenfrei lesen und ausdrucken. Ideal für kleine Zuhörer, die manchmal selbst ein bisschen Mut brauchen. Ein schönes Vorleseerlebnis für Kita, Grundschule oder zu Hause. Mit viel Herz, einem Funken Spannung und einer großen Portion Selbstvertrauen.

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Prinz Hasenfuß

Es war einmal ein junger Prinz namens Leo, der in einem prächtigen Schloss lebte. Doch trotz des Glanzes und der Pracht um ihn herum war Leo furchtsam und ängstlich. Er fürchtete sich vor den Schatten in der Nacht, vor plötzlichen Geräuschen und sogar vor seinem eigenen Spiegelbild. Die Leute nannten ihn deshalb heimlich Prinz Hasenfuß.

Eines Tages rief der König seinen Sohn zu sich und gab ihm eine Aufgabe. „Mein lieber Leo“, sprach der König mit ernster Miene, „ich habe einen wichtigen Auftrag für dich. Geh hinunter in den Keller und zähl die Weinflaschen. Ich hege den Verdacht, dass jemand sie heimlich austrinkt.“

Leo zögerte, als er die Worte seines Vaters hörte. Obwohl er unbedingt helfen wollte, ließ die Vorstellung, allein in den düsteren Keller gehen zu müssen, sein Herz vor Angst schneller schlagen.

Mit zitternden Händen nahm Leo eine Laterne und machte sich trotz allem auf den Weg. Die Kellertreppe war dunkel und steil, während das Licht der Laterne gruselige Schatten an die Wände warf, die immer näherkamen und ihn verschlucken wollten. Er konnte kaum atmen vor Angst, aber er verspürte auch den Wunsch, seinem Vater diesen Gefallen zu tun und ihm zu zeigen, dass er der Aufgabe gewachsen war.

Tapfer setzte er einen Fuß vor den anderen und stieg tiefer in den düsteren Keller hinab. Das Laternenlicht erhellte kaum seinen Weg und seine Angst wuchs und wuchs. Plötzlich hörte er ein leises Rascheln hinter einem Stapel Kisten. Sein Herz klopfte wild vor Schreck, wobei er fast die Laterne fallen gelassen hätte. Doch als er genauer hinsah, entdeckte er nur eine kleine Maus, die mindestens so ängstlich wie er selbst war und an ihm vorbeihuschte.

Mit einem erleichterten Seufzen setzte Leo seinen Weg fort. Schließlich erreichte er den Weinkeller, wo die Weinflaschen in hohen Regalen lagerten. Er hielt die Lampe hoch und begann, die Flaschen zu zählen. Zuerst verrechnete er sich oft und musste immer wieder von Neuem beginnen. Doch je mehr er sich auf seine Aufgabe konzentrierte, desto weniger Raum blieb für seine Angst. Als er schließlich fertig war und die genaue Anzahl der Weinflaschen dem König mitteilen konnte, fühlte er einen Stolz in sich aufkeimen, den er lange nicht mehr gespürt hatte. Er hatte seine Furcht besiegt und seine Aufgabe gemeistert.

Als der König das sah, war er überglücklich. Er umarmte seinen Sohn und erklärte ihm, dass der eigentliche Grund für den Auftrag gewesen war, ihm zu helfen, seine Ängste zu überwinden. Von diesem Tag an war Leo nicht mehr der Prinz Hasenfuß, sondern der tapfere Prinz Leo, der keine Angst mehr kannte.

Und so lebten sie glücklich und mutig bis ans Ende ihrer Tage in dem prächtigen Schloss. Und die Geschichte von Prinz Leo, der seine Angst überwand, wurde überall im Land weitererzählt.

 

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