Portfolioarbeit Kita: Kinder aktiv einbeziehen
Hier findest du praktische Ideen, wie du Kinder bei der Portfolioarbeit in der Kita aktiv beteiligst, ohne dass daraus ein zusätzlicher Aufwand im Alltag entsteht.
Ein Portfolio ist besonders wertvoll, wenn es nicht nur über das Kind geführt wird, sondern mit dem Kind entsteht. Kinder können Fotos auswählen, kurze Aussagen beisteuern, Seiten mitgestalten und erzählen, was ihnen wichtig ist. So wird das Portfolio zu einem persönlichen Buch, in dem sich das Kind wirklich wiederfindet.
Warum Kinder am Portfolio beteiligt werden sollten
Wenn Kinder ihr Portfolio mitgestalten, erleben sie: Meine Erlebnisse zählen. Das stärkt Selbstwahrnehmung und Erinnerung. Ein Kind kann auf ein Foto zeigen und erzählen: „Das habe ich gebaut.“ Oder es entscheidet selbst, welches Bild in die Mappe gehört.
Für dich als Fachkraft wird die Portfolioarbeit dadurch lebendiger. Du dokumentierst nicht nur von außen, sondern nimmst die Perspektive des Kindes auf. Das macht die Mappe persönlicher und oft auch aussagekräftiger.
Wenn du dafür passende Materialien suchst, findest du hier Portfolio-Ideen und Vorlagen für Kindergarten und Kita, mit denen du die Entwicklung der Kinder sichtbar machen kannst.
1. Kinder Fotos auswählen lassen
Eine einfache Möglichkeit ist die Foto-Auswahl. Zeige dem Kind zwei oder drei Bilder aus einer Situation und frage:
- „Welches Foto möchtest du in dein Portfolio kleben?“
- „Was sieht man auf dem Bild?“
- „Was hast du da gemacht?“
- „Wem möchtest du diese Seite zeigen?“
So entsteht direkt ein Gespräch. Du kannst einen Satz des Kindes notieren und ergänzen. Das geht schnell und macht die Portfolioarbeit im Kindergarten persönlicher.
2. Mit „Das bin ich“ starten
Für Kinder ist eine persönliche Einstiegsseite besonders wichtig. Sie sehen: Das ist meine Mappe. Hier geht es um mich.
Die Plus-Portfoliovorlagen „Das bin ich“ passen gut für diesen Einstieg. Als Mitglied im Plus-Bereich kannst du sie herunterladen, ausdrucken und gemeinsam mit dem Kind ausfüllen.
Das Kind kann zum Beispiel ein Foto anschauen, Farben auswählen oder erzählen, was es gerne spielt. Je nach Alter kannst du Aussagen des Kindes aufschreiben. Bei jüngeren Kindern reichen auch kleine Entscheidungen: Welches Foto? Welche Farbe? Welcher Aufkleber?
3. Familie als Gesprächsanlass nutzen
Familienseiten sind oft besonders bedeutungsvoll. Viele Kinder erzählen gerne, wer zu ihnen gehört. Andere schauen sich solche Seiten an, wenn sie Trost brauchen oder von zu Hause berichten möchten.
Die Plus-Druckvorlagen „Meine Familie“ für das Kita-Portfolio können dabei helfen, diesen Bereich wertschätzend aufzunehmen. Das Kind kann zeigen, wer auf einem Foto zu sehen ist, Namen nennen oder erzählen, was es mit der Familie gerne macht.
Wichtig ist: Das Kind muss nicht alles erzählen. Manche Kinder zeigen lieber nur auf ein Bild. Auch das ist Beteiligung.
4. Kinderzitate festhalten
Kinder sagen oft Sätze, die sehr gut ins Portfolio passen. Sie zeigen, wie ein Kind denkt, beobachtet oder sich erinnert.
Beispiele:
- „Ich habe den Turm ganz hoch gebaut.“
- „Das ist mein Lieblingsbuch.“
- „Heute habe ich mich allein getraut.“
- „Ich kann das schon.“
Schreibe solche Sätze möglichst nah am Original auf. Sie machen das Portfolio lebendig und zeigen Entwicklung oft besser als lange Beschreibungen.
5. Kleine Entscheidungen ermöglichen
Kinder müssen nicht die ganze Portfolio-Seite gestalten. Oft reichen kleine Entscheidungen aus, damit sie beteiligt sind.
Zum Beispiel:
- Das Kind wählt ein Foto aus.
- Das Kind entscheidet, wo das Bild aufgeklebt wird.
- Das Kind sucht eine Farbe für den Rahmen aus.
- Das Kind sagt, was du dazuschreiben sollst.
- Das Kind entscheidet, wem es die Seite zeigen möchte.
Diese kleinen Mitmachmomente passen gut in ruhige Spielsituationen oder in die Vorbereitungszeit mit einzelnen Kindern.
6. Besondere Tage mit dem Kind anschauen
Auch besondere Kita-Tage können gemeinsam mit dem Kind reflektiert werden. Entscheidend ist, dass du nicht einfach eine Seite abheftest, sondern mit dem Kind darüber sprichst.
Wenn ihr zum Beispiel Karneval feiert, kannst du fragen:
- „Was war heute besonders?“
- „Was möchtest du von diesem Tag in deiner Mappe haben?“
- „Was hast du gerne gemacht?“
Für solche Situationen können die Portfolio-Seiten „Wir feiern Karneval“ aus dem Plus-Bereich passend sein. Nutze sie gezielt, wenn der Tag für das Kind wirklich wichtig war.
7. Portfolioarbeit im Team einfach halten
Damit die Beteiligung der Kinder nicht untergeht, hilft eine klare Absprache im Team. Zum Beispiel:
- Jedes Kind gestaltet einmal im Monat eine kleine Portfolio-Seite mit.
- Pro Seite wird ein Satz des Kindes notiert.
- Fotos werden gemeinsam mit dem Kind ausgewählt.
So bleibt die Portfolioarbeit in der Kita machbar. Es geht nicht um perfekte Seiten. Es geht darum, dass Kinder sich selbst, ihre Erlebnisse und ihre Entwicklung wiedererkennen.
Beteiligung macht das Portfolio persönlicher
Kinder aktiv in die Portfolioarbeit einzubeziehen, muss nicht kompliziert sein. Fotos auswählen, kurze Sätze notieren, persönliche Seiten gemeinsam anschauen und kleine Entscheidungen ermöglichen: All das reicht aus, damit aus einer Dokumentation ein echtes Kinder-Portfolio wird.
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