„Das Geisterschiff“ – Gruselgeschichte für Kinder

Diese Gruselgeschichte dreht sich um den Geisterpiraten Balthasar. Sticht er mit seinem Geisterschiff noch immer in See und macht die Meere unsicher? Findet es gemeinsam mit euren Kindern beim Vorlesen heraus.

Ihr könnt euch die ganze Geschichte auch am Ende des Beitrags kostenfrei als bebilderte PDF-Datei herunterlade. So könnt ihr sie digital oder ausgedruckt entspannt mit euren Kindern lesen.

 

Das Geisterschiff

„Jo, setzt euch mal zu mir, dann erzähle ich euch von dem Geisterschiff“ Opa zündete eine lange Pfeife an und die Enkelkinder Tim, Sanne und Linus setzen sich erwartungsvoll vor ihm auf den Boden.

Es waren Herbstferien und die drei besuchten ihren Opa, der in einer alten Kate in einem Dorf an der Nordsee wohnte. Bei Opa war immer alles interessant: Wattwandern und Krabbenfischen, Schwimmen und Sandburgen bauen, Drachen steigen lassen und Treibgut sammeln. Außerdem kannte ihr Opa viele gute Geschichten – wie diese hier vom Piraten Balthasar.

„Es ist schon sehr lange her, da lebte hier in unserem kleinen Ort an der Nordsee ein berühmter Pirat. Der hieß Balthasar und er konnte die Kaufleute und die Händler aus Bremen nicht gut leiden. Deswegen überfiel er mit seiner Crew und seinem Piratenschiff die Handelsschiffe, die aus Bremen kamen oder nach Bremen unterwegs waren, und brachte sie auf.
Balthasar war ein streitlustiger Mann und gewieft. Die Händler aus Bremen hatten auch zu Land keine Chance gegen ihn. Er eroberte nicht nur Handelsschiffe, sondern ganze Landstriche. Doch bei einer Belagerung konnte Balthasar von den Bremern festgesetzt werden und starb während der Eroberung. Seitdem, sagt man, fährt sein Geisterschiff mit ihm und seiner Crew bei Vollmond über das Meer. Sie halten Ausschau nach Handelsschiffen, um die Besatzung zu erschrecken und ein für alle Mal aus den Gewässern vor der Küste zu verjagen.“

Tim, Sanne und Linus rückten näher zusammen und wickelten sich in die Wolldecken. Sie schauten aus dem Fenster: Ein heller runder Mond stand am nächtlichen Himmel und schien mit seinem sanften Licht in das dunkle Wohnzimmer.

„Opa, heute ist Vollmond. Meinst du, wir sehen vielleicht das Geisterschiff, wenn wir zum Strand gehen?“, fragte Tim.

„Das könnte schon sein“, brummelte Opa und zog an seiner Meerschaumpfeife.

„Können wir nicht mal gucken gehen?“, bettelte nun auch Linus.

„Hm …“, machte der alte Mann, „dann müssen wir uns wohl anziehen und losgehen.“

Die vier zogen sich Regenmäntel und Gummistiefel an und setzten sich Mützen auf den Kopf. Draußen blies ein starker Westwind und fegte die letzten Blätter von den Bäumen. Gegen den Wind gelehnt gingen die vier im Gänsemarsch zum Strand. Der Vollmond schien so hell, dass sie ohne Taschenlampe den Weg fanden. Es war gerade Flut und die Wellen brandeten mit hellen Schaumkronen an den Strand. Das Meer leuchtete im diffusen Mondlicht.

„Schaut mal dahinten“, rief Opa den Kindern zu, „da scheint ein Schiff zu segeln!“

Tim, Linus und Sanne schauten angestrengt aufs Meer hinaus, konnten aber kein Schiff erkennen, stattdessen blies ihnen der Wind Sandkörner in die Augen.

„Opa, da ist nichts!“, meinte Sanne.

„Ach, ihr Lütten guckt nur nicht richtig!“, erwiderte der alte Mann und schwenkte seine Mütze. „Hallo, Balthasar, du alter Haudegen! Treibst ja immer noch dein Unwesen!“, rief er in den Sturm hinein.

Die Kinder kniffen die Augen zusammen, konnten aber außer Wellenbergen beim besten Willen nichts erkennen.

„So, da fährt er hin, der alte Pirat“, meinte ihr Großvater. „Kommt, wir wollen nach Hause gehen und heißen Kakao trinken. Es ist kalt!“

„Hast du das Geisterschiff wirklich gesehen, Opa?“, fragte Linus.

„Ja, aber sicher! Ihr etwa nicht?“, antwortete Opa und kreuzte heimlich die Finger auf dem Rücken. „Vielleicht liegt es daran, dass ihr zu klein seid und nicht so weit gucken könnt. Nächstes Jahr in den Ferien seid ihr größer und seht bestimmt das Geisterschiff vom ollen Balthasar!“

 

Hier die ganze Geschichte mit bunter Illustration als PDF-Datei herunterladen:

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