„Begegnung mit einem Troll“ – Gruselgeschichte für Kinder

Wie kann denn eine Geschichte mit Einhörnern gruselig sein? Entdeckt es gemeinsam mit euren Kindern beim Vorlesen unserer Gruselgeschichte. Auch im Land der Einhörner kann es unheimlich werden, wenn sich zwei Einhornkinder auf ein Abenteuer begeben.

Wenn ihr die Geschichte als bebildertes PDF-Dokument nutzen möchtet, könnt ihr sie kostenfrei am Ende des Beitrags herunterladen. So könnt ihr es euch mit euren Kindern gemütlich machen, egal ob ihr die Gruselgeschichte digital oder ausgedruckt nutzt.

 

Begegnung mit einem Troll

Weit entfernt hinter hohen Bergen, tiefen Tälern, weiten Seen und endlosen Steppen gab es einst ein verzaubertes Land. In diesem fernen Land erstreckten sich dunkle Wälder, grüne Wiesen und sanfte Hügel unter einem blauen Himmel bis zum Horizont. Doch das Besondere in diesem verwunschenen Land waren die Fabelwesen, die dort lebten. Zarte Feen wohnten in den prachtvollen Blüten auf den Blumenwiesen, Kobolde trieben ihr Unwesen, Greife flogen durch die Lüfte und Drachen hausten in den Bergen. Eine Herde Einhörner galoppierte über die sanften Hügel oder graste auf den saftigen Weiden.

Luna und Aurora waren zwei junge Einhörner, die immer für ein Abenteuer und Spaß zu haben waren.

Eines Abends, als die Sonne glühendrot am Horizont unterging und die Herde sich friedvoll zum Schlafen vereinte, flüsterte Luna: „Aurora, komm, wir schleichen uns davon und laufen in den Wald! Ich würde zu gerne mal sehen, wer da haust.“

„Au ja!“, rief Aurora begeistert. „Es ist zwar verboten, dass junge Einhörner allein in den dunklen Wald gehen, aber bevor die Erwachsenen merken, dass wir fort sind, sind wir auch schon wieder da.“

Und Luna fügte hinzu: „Außerdem scheint der Vollmond. Los, komm!“

In der Dämmerung schlichen sich die beiden Einhörner davon und trabten zum nahen Wald. Als sie zwischen die hohen Stämme traten, leuchtete nur ihr helles, glitzerndes Einhornfell in der Nacht. Luna und Aurora stapften vorsichtig durch den Wald. Bald stieg der Mond am Nachthimmel auf und sie konnten ihre Umgebung besser erkennen. Eine Eule schaute sie aus ihren großen gelben Augen an und flog dann mit lautlosem Flügelschlag über die Baumspitzen fort. Kleine Kobolde flitzten über den Waldweg und legten den beiden Einhörnern Wurzeln und Stolpersteine in den Weg. Das gruselige Geheul eines Werwolfs ließ den beiden die Haare zu Berge stehen und sie trabten schnell weiter.

Ein Schwarm Glühwürmchen erschien zwischen den dunklen Bäumen und flog vor ihnen her. Luna und Aurora folgten ihnen und gelangten auf eine Lichtung, die in einem vom Vollmond verzauberten Licht lag. Tauperlen glitzerten wie Abertausende Perlen an den Grashalmen und Hunderte Glühwürmchen tanzten in der Luft.

Doch diese Idylle wurde jäh gestört, als ein riesiger Troll auf der Lichtung erschien. Um sich den Weg freizumachen, riss er Bäume samt Wurzeln aus, und dort, wo er mit seinen großen behaarten Füßen hintrat, wuchs kein Grashalm mehr.

„Komm, Luna, lass uns verschwinden!“, flüsterte Aurora.

„Warte, gleich!“, wisperte Luna und bestaunte den Troll, der sich nun mit einem Plumps auf einen Felsen sacken ließ und ausgiebig in der Nase bohrte. Er zog dabei einen dicken grünen Popel heraus, den er genüsslich verspeiste.

„Iiiih!“, kreischte Aurora auf und schüttelte sich vor Ekel.

Der Troll hatte den Schrei gehört und so auch die beiden Einhörner entdeckt. Schnell beugte er sich vor und ergriff Aurora. „Oh, so ein schönes kleines Einhorn!“ Er drehte Aurora hin und her und bestaunte sie von allen Seiten. „Das gibt einen leckeren Festschmaus.“ Er leckte sich über die dicken Lippen und Aurora wieherte vor Entsetzen.

„Stopp!“, rief nun Luna und trat auf die Lichtung. „Du wagst es nicht, meine Freundin zu fressen! Sonst bekommst du es mit mir zu tun!“ Luna schnaubte wütend durch ihre geblähten Nüstern und war selbst erstaunt über ihren plötzlichen Mut.

„Oh, noch ein zweites Einhorn!“, freute sich der Troll und versuchte, Luna zu ergreifen.

Diese galoppierte los. „Fang mich doch, du riesiger, dummer Troll!“

Das ließ sich der Troll nicht zweimal sagen. Er erhob sich mühsam und verfolgte Luna durch den dunklen, dichten Wald. In der einen Hand hielt er Aurora fest und mit der anderen Hand fegte er die Bäume zur Seite, die ihm im Weg standen.

Luna hörte das Stampfen und Schnauben des Trolls hinter sich und hoffte, dass sie bald aus diesem schrecklich großen dunklen Wald herauskäme. Endlich teilten sich die Baumstämme und das Einhorn trabte auf eine weite Wiese. Luna sah die ersten Strahlen der Sonne hinter einem Hügel aufgehen, und gerade als der Troll auch auf der Wiese erschien und nach Luna griff, erfassten ihn die Sonnenstrahlen und er wurde zu Stein. Mit erstauntem Blick sank der Troll als grauer Felsen auf das Gras nieder.

Luna befreite mit ihrem Horn Aurora aus der steinernen Faust des Trolls. Sie schüttelten sich, dass ihre Mähnen flogen, und galoppierten dann über die Wiese zurück zu ihrer Herde.

„Danke Luna, dass du mir geholfen hast! Aber ich möchte in der nächsten Zeit nicht mehr in den Wald!“, meinte Aurora.

„Warum? Der Troll ist doch nicht mehr da!“, lachte Luna und war froh, dass sie das nächtliche Abenteuer so glimpflich überstanden hatten.

 

Hier die ganze Geschichte mit bunter Illustration als PDF-Datei herunterladen:

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